17. Februar 2014
von frubiaseSPORT

Der frubiase® SPORT Blog sagt Danke und Auf Wiedersehen!

Nach mehr als sechs Jahren voller spannender Beiträge aus der Welt des Laufsports, Radsports und Triathlons haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, den frubiase® SPORT Blog künftig nicht mehr weiterzuführen. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei allen unseren Bloggern –  Sportlern wie Medizinern – für ihre Mitarbeit in den vergangenen Jahren bedanken: Danke, dass Ihr Eure Erlebnisse und Erfahrungen, Euer Wissen und Eure Empfehlungen mit uns geteilt habt. Wir haben viel gelernt, gelacht, mitgefiebert und gestaunt.
Und natürlich bedanken wir uns auch bei allen Lesern, die den frubiase® SPORT Blog als Forum für den sportlichen Austausch genutzt haben. Wenn Ihr Fragen zu Training und Ernährung oder den frubiase® SPORT Produkten habt, dann könnt Ihr Euch natürlich weiterhin gerne über das Kontaktformular oder via Facebook an uns wenden.

Wir verabschieden den frubiase® SPORT Blog mit einem Zitat des berühmten Leichtathleten Emil Zátopek: „Wenn du laufen willst, lauf‘ eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, lauf‘ Marathon“.

Sportliche Grüße
Euer frubiase® SPORT Team


18. Dezember 2013
von Thomas Ehmke

„The Real Kick 2013“

 Hier kommt der Bericht zum „The Real Kick 2013“ …. und JA es war der Kick!

Weil der KOBOLT (Koblenz – Bonn) ausgebucht war, hat Michael Frenz einen eigenen Lauf ins Leben gerufen. Denn nicht nur er hatte keinen Startplatz bekommen, auch viele andere Läufer und Freunde konnten nicht dabei sein.

Da aber das TheSpinerace 2014 praktisch wie Weihnachten vor der Tür steht, musste ein Lauf her.

Neues BildGesagt getan hat Michael einen Wanderweg mit vielen Höhenmetern und wenig Zivilisation drum herum gesucht. Dieses Mal war es der Krönungsweg von Bonn nach Aachen. Die Strecke war 140 Kilometer lang und mit 2900 Höhenmetern. Am Ende sogar mit 4 Verpflegungspunkten statt der eigentlich geplanten ein bis zwei.

Hier was das Internet (Quelle: www.rudihanisch.de) zum Krönungsweg weiß:

Der “Krönungsweg” ist der Weg der deutschen Könige zu ihrer Krönung in Aachen. Bonn- 133 km –Aachen. Der Weg beginnt auf dem Venusberg in Bonn, durchläuft den “Kottenforst”, überquert die “Swistbachebene” und führt durch den “Rheinbacher Stadtwald” zur “Steinbachtalsperre”. Von hier läuft er durch die “Mechernicher Voreifel” und weiter zum “Kermeter”, dem Herzstück des “Natur- und Nationalparks Eifel”. Weiter zum “Rursee”, über die Höhen des “Buhlert” ins “Kalltal” sowie durch den “Hürtgenwald” und schließlich durch das “Münsterländchen”. Der Weg endet in Kornelimünster vor der Kaiserstadt Aachen.

Ich meldete mich an und Jens, der seinen ersten 140 Kilometer Ultra machen will, auch. Unzählige andere Freunde und Bekannte aus der Schweiz und Deutschland ebenso. Denn was Michael Frenz macht, passt eigentlich immer und ist Laufen und Organisation auf höchstem Niveau. Hier nochmal seine Seite: www.meldelaeufer.de

Der Treffpunkt zum Start ist am Bonner Bahnhof bei McDonalds. Aber nicht zum Essen, sondern das Gepäck (ein Dropbag für Kilometer 84 und die Zieltasche) werden verpackt.

Dann erklärt Michael nochmal kurz die Strecke und wo sich die Verpflegungspunkte befinden. Er weist nochmal darauf hin, dass jeder bis 23 Uhr in Heimbach bei Kilometer 84 sein muss. Denn dort macht sonst die Gaststätte zu wo die Dropbags gelagert sind.

Dann geht es los… fast pünktlich um 8.00 Uhr morgens. Wir laufen mit recht hoher Geschwindigkeit durch Bonn zu den angrenzenden Parks. Ich bin ganz überrascht, wie gut mein neuer Rucksack das mitmacht, den ich mir für das TheSpinerace angeschafft habe. Gedacht ich er eigentlich für schnelle Anstiege im Gebirge, aber laufen geht damit auch klasse. Ich habe mir als Vorbereitung auf ein hohes Gewicht beim TheSpine auch nicht Mühe gegeben dass der Rucksack leicht ist.

Neues Bild2Nach ein paar schönen Trails sind wir auf einem Hochplateau abgekommen. Es geht nur noch geradeaus und fast flach auf Waldautobahnen. Dann raus in die Feldmark und auf viel Asphalt in Richtung Eifel. Ganz ehrlich, das bin ich nicht gewohnt. Da bin ich aber auch nicht alleine. Alle rund um mich herum lieben flache Asphaltstrecken auch nicht gerade. Dafür komme ich aber schnell und gut voran. Bis ich bei Kilometer 27, mittlerweile mit Volker Krause zusammen, vor dem Waldhotel stehe. Wir sind uns nicht sicher, ob das der Verpflegungspunkt ist. Aber das GPS sagt, dass wir genau dort hinein müssen. Und wir sind richtig. Wir werden toll bewirtet und stellen fest, dass wir wohl noch nie so teures Trinkwasser in unserem Trinksystem hatten.

Wieder draußen wird es das erste Mal richtig kalt. Der Himmel ist bedeckt, wir haben ca. vier Grad und es ist sehr feucht. Aber nach dem ersten Anstieg geht es wieder. Zu meinem Glück fangen nun die Trails an. Die sind auch gleich schön matschig. Es hat ja die letzten Tage auch richtig geregnet.

Volker und ich beschließen ab jetzt zusammen zu laufen. So fegen wir über die tollen Trails. Die Navigation geht am besten mit GPS, denn die Wanderschilder sind nicht so zahlreich. So verbrauche ich auch Satz für Satz an Batterien. Jetzt wechselt die Strecke ständig zwischen Trails, Asphalt und Waldautobahn. Dann kommt die Nacht. Es ist nicht unbedingt kalt und meine Weste wärmt mich gut. Dann kommt auf den Bergkämmen der Nebel. Und zwar so dicht, dass ich nur noch zwei Meter sehen kann. Beim Laufen auf Trails führt das dazu, dass ich ständig ins Gebüsch laufe oder kaum noch laufen kann. Auf Waldwegen erkenne ich Kurven nur noch, wenn das GPS es sagt.

Als ich einmal bergab mit Michael Hartmann über das Headset telefoniere, fall ich fast hin. Wir erreichen aber trotz dieser Widrigkeiten denn Verpflegungspunkt bei Kilometer 84 deutlich vor 23 Uhr. Dort ziehe ich mich erst mal für die Nacht um. Ab jetzt wird die Strecke noch schwieriger. Nochmal so viele Höhenmeter wie bisher, aber auf nur 60 Kilometer Strecke.

Nach einer Stunde Pause mit leckerem Essen geht es weiter. Als Volker und ich wieder anlaufen merke ich, dass ich zu warm angezogen bin. Ausziehen geht auch nicht richtig. Also alles aufmachen was geht, Handschuhe aus, Mütze ab. Ich muss zugeben, ich leide unter der Hitze :-)

Nach ca. 15 Kilometern geht es wieder. Das ist mir noch nie passiert. Aber okay, besser als frieren. Oder NEIN, ich friere da lieber ein bisschen mehr.

Dann kommen wir ziemlich ausgelaugt und entnervt von Nebel und Matsch beim Verpflegungspunkt an. Es erwartet uns eine Holzhütte mit Generator, Wärme, Essen und allem, was sich ein Läufer wünschen kann. Sonja und Holger Sprang haben richtig was aufgefahren.

Dort sitzt auch gerade Guido aus der Schweiz und räumt das Feld für uns. Er fühlt sich nicht so gut, macht aber weiter. Ich bekomme noch eine Bihun Suppe förmlich „aufgedrängt“ – aber danke an Holger: Du hattest Recht und ich brauchte das.

Dann machen Volker und ich uns wieder auf den Weg. Als ich aufstehe sind meine Beine steif. Abrollen geht nicht, Bücken nicht – na Klasse! Ich habe in den letzten Stunden einfach zu wenig getrunken. Aber nach ca. 1 Kilometer geht’s wieder. Dann aber richtig. Volker und ich holen Guido ein und laufen mit ordentlicher Geschwindigkeit durch den Wald. Wenig später sind wir dann beim letzten Verpflegungspunkt. Ein Sportverein bewirtet uns und begleitet uns durch ihr Dorf.

Dann sind wir acht Kilometer vor Aachen. Hinter einem Bergkamm sehen wir sogar schon das Licht. Aber näher kommen wir irgendwie trotzdem nicht.

Endlich sind wir dann in Aachen. Wir verlaufen uns nochmal kurz in einem alten Park, dann Zickzack durch die Stadt und schon stehen wir vor dem Hotel und sind im Ziel.

Zielzeit: 22 Stunden 57 Minuten → na geht doch unter 24 Stunden! Platz 13 ist es am Ende.

Was für ein Erlebnis – ein toller Test und ein super Training. Abschließend bleibt noch kurz zu erwähnen, dass jeder Teilnehmer im Hotel sofort ein Zimmer bekommen hat. Ich habe mir meines mit Tobias Altmann geteilt. Wie immer bei Michaels Läufen war alles super organisiert. Ach ja und ein großes DANKE für den Nebel und das bewässern der Trails  ;-)


29. November 2013
von frubiaseSPORT

frubiase® SPORT Adventskalender

 

Alle Jahre wieder … kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch der frubiase® SPORT Adventskalender auf Facebook!
Bereits zum dritten Mal versüßen wir Euch in guter Tradition die lange Wartezeit bis Weihnachten. Unter www.facebook.com/frubiaseSPORT könnt Ihr ab dem 1. Dezember täglich eines der interaktiven Türchen öffnen.

Auf Euch warten jede Menge tolle Preise, die das Sportlerherz höher schlagen lassen, sowie interessante Trainings- und Ernährungstipps. Neben Produkten von frubiase® SPORT und weiteren sportlichen Überraschungen haben auch unsere Partner Polar, Allgäu Bikers, Icebreaker und LEKI wieder etwas hinter den Türchen versteckt. Lasst Euch überraschen!

Wir wünschen allen Lesern und Bloggern einen sportlichen Start in die Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Öffnen der Türchen.

 

Euer frubiase® SPORT Team

 


21. November 2013
von Thomas Ehmke

KILL 50 – ich konnte nicht anders!

Am letzten Wochenende war wieder KILL50 Zeit.

20131115-142259Kein Idyllischer LandschaftsLauf 50 Meilen: Ja ich weiß, ich wollte ihn nicht noch mal laufen. In den letzten Jahren bin ich fünfmal den KILL50 und dreimal den run2KILL gelaufen. Also jede Ausgabe bin ich dabei gewesen und ins Ziel gekommen. Dieses Mal habe ich es bis zum Tag davor ausgehalten. Aber dann …. Ein kurzes Telefonat mit Michael Neumann:

„Kannst Du Dir das nicht mal früher überlegen!“ – und ich bin wieder dabei. Die Organisation von Susanne und Michael sowie das Flair und die vielen guten Freunde machen einen Start für mich unverzichtbar.

Am Startabend konnte ich mir von vielen anhören, dass sie nicht daran geglaubt haben, dass ich nicht starten würde. Ja, ihr habt richtig gelesen. Abend! Der KILL50 geht mit Absicht über die Nacht. Alles an diesem Lauf ist extra schwer gemacht. Kaum Markierungen (nur 1500 Reflektoren) im Wald, Trail und Matsch ohne Ende, Sturm, nur zwei Verpflegungspunkte, Wildschweine und so weiter. Nur die Verpflegung und das Drumherum sind wie immer erstklassig.

Ich gehe mit dreiviertel langer Hose und leichtem Gepäck an den Start. Eigentlich will ich einfach nur dabei sein und auch ein paar Kilometer zum Training für das TheSpinerace machen.

Dann mal wieder Start und alle rennen los. Georg, der Führende, läuft gleich nach 50 Metern verkehrt. Unter unserem Schreien kehrt er aber gleich wieder um und läuft dann richtig. Ich laufe mit Absicht lange in die Nacht hinein ohne meine Stirnlampe einzuschalten. Es macht mir einfach Spaß im Dunkeln.

Nach gut fünf Kilometern steht Michael Hartmann im Wald und wartet auf mich. Wir beschließen zusammen zu laufen. Michael ist in der Grundgeschwindigkeit viel schneller als ich, so dass wir die ersten 15 Kilometer mit einem 10km/h Schnitt laufen. Erst nach 20 Kilometern werden wir ein bisschen langsamer – trotz Matsch, Trails und ständigem Rauf und Runter. Die Nacht ist klar und nur ein bisschen windig. Der Wind nimmt erst zu als wir kurz vor dem ersten Verpflegungsposten sind. Dort wechsle ich nur kurz die Schuhe und ziehe eine lange Windhose über. Schon geht es weiter. Eine Runde mit 21 Kilometern und 800 Höhenmetern steht uns bevor. Michael und ich absolvieren diese ganz locker und mit viel Spaß. Nicht ohne einen filmreifen Ausrutscher von mir. Ich hatte so viel Schräglage, dass ich meine Hand wohl schon auf den Boden hätte setzen können. So etwas macht auch wieder wach.

Kurz vor dem nächsten VP überholen wir dann noch ein paar andere Läufer. Der Nachthimmel hat sich zugezogen und es fängt an zu stürmen und zu regnen.

Also rein in den Verpflegungsposten, ein bisschen was essen und alle Vorräte auffüllen. Dann geht es auf die letzte Etappe zum Ziel. Es ist die Schwierigste mit den meisten Trails und Höhenmeter. Kurz nach dem VP muss ich meine Regenjacke anziehen, nicht nur weil es regnet, sondern auch als Windschutz. Die Strecke zieht sich fast fünf Kilometer durch die Felder ohne einen Windschutz. Dann kurz vor dem Wald holt uns Volker Krause ein und schon sind wir zu dritt. Das macht Spaß. Volker und ich sind früher viel und lange zusammen unterwegs gewesen. Zu dritt machen wir uns daran, den Tosmarkamm zu laufen. Einer der schönsten Trails, den die Umgebung von Hildesheim zu bieten hat. Aber heute Nacht regnet es und stürmt und dazu kommt noch der Matsch.

So kommen wir alle ziemlich gerädert in Diekholzen an und stärken uns an einem unbemannten VP. Dieser wurde extra von Michael Neumann angelegt, denn erfahrungsgemäß ist die letzte Etappe sonst fast zu lang, um sich komplett selbst zu versorgen.

Dann geht es weiter. An einer der Rampen stellt Volker fest, dass sein Schuh auf Lehmboden keinen Halt hat. Erst rutscht er unter unserm Lachen rückwärts den Hang wieder runter, dann wirft es ihn komplett in einen Dornenbusch. Ich gebe ihm für den Aufstieg meine Stöcke. Dann geht es wieder besser.

So kommen wir dann gemütlich und glücklich nach 10 Stunden und 44 Minuten gemeinsam auf Platz 7 ins Ziel.

Ein toller Lauf! Echtes KILLer Wetter. Leider habe es vier Läufer nicht geschafft das Rennen zu beenden. Georg Kunzfeld hat den KILL50 gewonnen und zwar in genau der gleichen Zeit wie der Sieger im Vorjahr.

Ich glaube kaum, dass ich nächstes Jahr drum herum komme, wieder bei Susanne und Michael zu starten. Wer das auch mal erleben und kennenlernen möchte, der findet hier den Internetauftritt der beiden:  www.indie-trail.de

 

 

 


7. November 2013
von Thomas Ehmke

Tor des Geants 2013 – letzter Teil

Erstmal packe ich schon am Nachmittag meine Sachen in Cogne und verlasse die Lifebase. Die nächsten sechs Kilometer sind einfach, das bedeutet nur 600 Höhenmeter bergauf bis zum nächsten Verpflegungspunkt (VP). Ich laufe solange im T-Shirt und ohne Lampe wie es geht. Kurz nach dem Waldanfang geht es hoch. Aber ich entscheide mich nur für Lampe und Weste. Denn es geht hoch und einige Teile lassen sich laufen. Dadurch komme ich gut voran. Nach dem VP fällt mir auf, dass die Strecke verändert wurde. Sie geht über Wiesen und Waldwege nach oben. Das ist deutlich einfacher als die Originalstrecke. Ich komme richtig gut voran und sammle immer wieder andere Teilnehmer ein. Beim Verlassen der Lifebase in Cogne hatte ich durch die Pause 90 Plätze verloren. Mein Spiel im Kopf ist dann immer das Gleiche: Die Plätze müssen wieder rein. Das motiviert mich dann immer, Läufer um Läufer einzuholen.

Am nächsten VP, einem Refugio, mache ich kurz Pause, esse etwas und mache dann gleich weiter. Natürlich nicht ohne mich warm anzuziehen.

Nach 35 Minuten stehe ich oben auf dem Col und freue mich auf den kommenden Downhill. Er ist 24 Kilometer lang. Wobei es auf den letzten Kilometern ein typisch italienischer Downhill ist. Es ist wellig mit ein paar hundert Höhenmetern bergauf. Aber erst mal geht’s nur runter. Als ich meine Stöcke verpacke, kommt ein anderer Läufer und fragt, ob man die Stöcke bergab nicht mehr braucht. Ich antworte ihm, das sei alles kein Problem. Stöcke braucht man nicht. Dann laufe ich los. Mir fällt dann ein, dass sicher nicht jeder das hier laufen mag. Vielleicht hätte ich sagen sollen, er soll es sich besser anschauen und selbst entscheiden. Ich fege in Richtung des nächsten VP. Bis dorthin habe ich sicher wieder 10 Läufer eingesammelt. Dort esse ich eine Suppe und trinke einen Espresso. Es ist jetzt kurz nach 24 Uhr und ich muss wach bleiben. Denn die Trails lassen Fehler nur bedingt zu und ich könnte stürzen oder müsste wandern. Aber wer will das schon bei den tollen Trails?!

Dann geht’s wieder raus, weiter bergab. Um mich herum sind jetzt erstmals wieder auch Läufer, die noch laufen und nicht wandern. Ich leiste mir ein richtiges Rennen, um sie abzuhängen. Es macht Spaß, den Kopf so zu beschäftigen und richtig Tempo zu machen. Irgendwann sind die anderen selbst mit Pausen, um die warmen Sachen zu verpacken, weg. Dann fliege ich in den nächsten VP ein. Wie letztes Jahr laufe ich ins Zelt. Das macht immer lustige Blicke der anderen Läufer und Helfer. Dafür allein muss ich das machen. Einen Kaffee, ein paar Kekse und weiter. Ich habe Spaß! Da saßen wieder sicher 10 Läufer. Dann werden es wenige Lichter vor mir. Ich laufe die Wellen durch die Wälder. Fünf Läufer später stelle ich fest, dass mein Körper wieder Energie braucht. Also Müsliriegel. Bähh! Ich kann sie eigentlich nicht mehr sehen. So komme ich dann noch im Dunkeln mit über 60 gut gemachten Plätzen in Donnas an. Donnas ist die inoffizielle Hälfte des Rennens. Meinen Füßen geht es gut und ich bin nur müde. Nach der Dusche lasse ich mich massieren und esse und trinke etwas. Es ist noch früh morgens. Ich versuche mich zum Schlafen hinzulegen. Das funktioniert nicht. Ich liege auf dem Feldbett und schwitze, mein Körper kommt nicht zur Ruhe. Selbst ein Bett am geöffneten Fenster hilft nicht. Es ist als hätte ich Fieber. Na das kann ja lustig werden denke ich. Gegen späten Vormittag beschließe ich weiter zu machen. Gefühlt habe ich eine Stunde geschlafen, hätte jemand Fieber gemessen, wäre es das gewesen. Wahrscheinlich habe ich mich am Anfang des Rennens so verkühlt, dass ich auf dem Weg bin krank zu werden. Daraufhin habe ich angefangen Fruchtsäfte zu trinken. Irgendwie muss der Körper ja wieder mit Vitaminen versorgt werden.

 

Ich also los und rauf zum Refugio Coda. Dort oben sind es 100 Meilen. Ich verbessere meine Zeit für 100 Meilen bei der Tor des Geants mal schnell von 54 Stunden auf 48 Stunden und 20 Minuten. Es gibt Sachen, die kann ich mir gut merken. Alles was nach dem Refugio kommt ist richtig schwer. Eigentlich wollte ich versuchen, möglichst viel davon im Hellen zu schaffen.
Auf einem Downhill stelle ich fest, dass ich manche Bergaufstiege eigentlich gar nicht im Hellen sehen möchte. Es sieht alles so unglaublich hoch und steil aus. Kurz vor Niel habe ich einen meiner schlimmsten Tiefpunkte des Rennens. Ich komme gefühlt nur noch in Zeitlupe voran. Der Körper ist komplett erschöpft. Mir ist kalt ich kann mich kaum noch koordinieren. Ich bin sehr froh in Niel zu sein. Dort bestelle ich mir in der Gaststätte, wie die letzten Jahre auch, Polenta. Dann frage ich nach einem Schlafplatz für eine halbe Stunde. Ich werde auf das Zelt draußen verwiesen. Das Zelt kenne ich, will aber im warmen Schlafen. Von mir aus auch ohne Bett und irgendwo auf dem Boden –  nur bitte nicht draußen in der Kälte. Mir wird sogar ein Bett drinnen zugewiesen. Ich schlafe schnell tief ein, bis mein Wecker klingelt. Dann einen doppelten Espresso und etwas zu essen, Wasserflaschen auffüllen und den letzten Berg der Etappe rauf. Den mochte ich immer gerne, denn es wurde bisher immer hell dort. Dieses Mal ist es dunkel  und bis zum Sonnenaufgang dauert es noch lange. Es ist erst Mitternacht. Der Berg zieht sich hin und ist sehr anstrengend. Auf dem Weg rauf fängt es zudem an zu regnen. Oben angekommen ist es so stürmisch, dass ich alles anziehen muss, was ich im Rucksack habe. Der ist dann leer und ich fühle mich an das Spinerace erinnert. Dort hatte ich ähnlich viel an und die Landschaft war auch so. Den Downhill nach Overloo bin ich sonst immer schnell gelaufen, im Dunkeln und bei dem Sturm geht das gar nicht. Darum friere ich mir ziemlich den Hintern weg. Kann aber immer noch Läufer überholen. Denen geht es sicher noch viel schlechter. Kurz nach dem nächsten VP fällt mir auf, dass die Route schlecht ausgeschildert ist. Mir macht das nichts aus, aber sicher fast allen die nach mir kommen und die den Weg noch nicht kennen.

Im Sturm komme ich in der nächsten Lifebase an. Sie ist zu meiner Überraschung fast leer. Okay, ich bin aber auch acht Stunden früher da. Es gibt tolles Essen, Spiegeleier und andere frisch gekochte Sachen. Ich hänge meine Sachen zum Trocknen auf und gehe Duschen und Schlafen. Vier Stunden Schlaf plane ich ein.

Es wurden nur drei Stunden. Dann sagt der Kopf, dass es weiter geht. Draußen ist es hell und ich verabschiede mich auf eine der leichten Etappen des Rennens. Es ist für vier Kilometer flach und ich telefoniere mit Zuhause. Dann geht es in schönstem Sonnenschein weiter. Das nächste Refugio Alpenzu liegt gut gelegen und ist so ungefähr Halbzeit vom  Aufstieg. Das was dann kommt ist einer meiner schwersten Aufstiege der TdG. Mein Körper will nicht mehr. Ich muss ständig Pausen machen, Toilette, Essen, Müdigkeit –  meinem Körper und Kopf fallen ständig neue Sachen ein. Ein italienisches Ehepaar das dort wandert macht Fotos von mir und spricht mir immer wieder Mut zu. Oben auf dem Col bin ich sehr glücklich, dass ich es geschafft habe. Das Ehepaar sagt, dass sie mich weiter verfolgen wollen und mir noch viel Glück wünschen. (Als ich nach Hause komme, habe ich eine Nachricht über Facebook. Gigi der Wanderer mit seiner Frau hat mich gefunden und mir die Fotos zugesandt. Ich bin so überrascht. Dazu die Einladung sie zu besuchen, wenn ich mal wieder in Italien bin)

Dann geht es abwärts, ich lasse mein iPhone andere Musik anspielen und laufe an. Schnell bin ich am nächsten VP. Danach geht es wellig weiter. Mein verkühlter Oberkörper macht immer noch Probleme, aber mit der Polartec Alpha Weste ist es zu ertragen. Dann bin ich wieder im Tal. Es ist hell und ich stelle fest, dass ich noch Zeit habe, um den Rest der Etappe im Hellen zu schaffen. Der kommende Berg ist toll im Hellen und ich komme richtig gut voran, so dass ich die nächste Lifebase im letzten Sonnenlicht erreiche. Was für ein Erlebnis!

Dort angekommen bekomme ich zu meiner gelben Dropbag auch einen Zettel mit einer Schlechtwetter Ankündigung. Schnee und Minusgrade auf den nächsten Bergen. Na klasse, denke ich. Nach meinem Zeitplan müsste ich so gegen 23 – 24 Uhr die Lifebase verlassen. Beim Blick auf meine Uhr sehe ich, dass ich mehr als zehn Stunden Vorsprung auf meine Wunschzeit habe. Ich entscheide mich für eine lange Pause. Es werden acht Stunden.

Als ich wieder morgens um 3 Uhr aufbreche sind meine deutschen Mitläufer noch am ersten Berg bei Alpenzu. Ich schaffe noch im Dunkel die ersten Cols. Die 100 Stunden in diesem Rennen sind nicht auf der Hälfte dieser Etappe rum, sondern in Oyace vor dem letzten Berg dieser Etappe. Damit kann ich ihn mir endlich mal im Hellen anschauen. Ist ein echtes Erlebnis. Denn er hat im Aufstieg auf 3,7 Kilometer über 700 Höhenmetern. Ich klettere wie immer rauf und hinten geht es dann im Sonnenschein nach unten. Ich kann auch schon den Berg sehen, der danach kommt.

Die letzte Lifebase erreiche ich im Hellen. Dort ist es sehr kalt und laut. Ich mache eine Pause von ca. 3,5 Stunden und steige noch im Dunkeln auf den nächsten Berg. Im Refugio unterhalb des Cols bestelle ich mir einen doppelten Espresso. Die  folgende Strecke nach St. Rhemy en bosses laufe ich fast komplett durch.

Es macht Spaß…. Letztes Jahr wurde ich dort gestoppt und das Rennen wurde wegen schlechtem Wetter beendet. Jetzt geht es nach etwas zu Essen weiter. Ich freue mich sehr auf ein bestimmtes Schild. Am Ende des Ortes steht es dann auch: Das erste Schild auf dem Courmayeur mit einer Wanderer Ankunftszeit. Das macht froh, denn ab jetzt ist es nur noch ein Berg, der Col Malatra.  Kurz vor dem nächsten VP geht die Sonne auf. Ich bin müde, so dass ich beim Gehen einschlafe und sofort neben dem Weg im Schlamm stehe. Ich esse und trinke und werfe Salzkapseln mit Koffein ein. Ich stelle fest, dass mein Handy durch die Kälte fast leer ist. Beim nächsten VP will ich mein Handy laden lassen. Pünktlich beim Einstecken, fällt der Generator aus. Natürlich lässt er sich auch nicht wieder anstellen. So schlafe ich fünf Minuten auf einer Bank und weiter geht’s. Der Col ruft. Ich quäle meinen Körper hinauf. Der Gipfelanstieg ist mit Sägespänen ausgestreut. Oben sitzt ein Helfer im Schlafsack und wünscht mir Glück. Dann geht es abwärts, der letzte Berg ist geschafft und mir laufen mal wieder die Tränen. Ich filme es sogar kurz und dann Vollgas. Ich bin im Tal, das in Courmayeur endet. Von Hansi kommt die SMS, ob ich es schaffe um 12 Uhr im Ziel zu sein. Ich schreibe zurück, dass es wohl klappen sollte.

Im Refugio Bertone lasse ich noch schnell mein Handy ein bisschen aufladen, verpacke meine warmen Sachen im Rucksack und laufe wieder schnell an. Trotz der hohen Geschwindigkeit kommt Courmayeur irgendwie kaum näher und es wird immer enger mit meiner gewünschten Zielzeit. Ich bin bei 121 Stunden, 122 Stunden sollen es nicht werden. Der letzten Trail bergab fällt mir dieses Mal sehr schwer, es ist heiß und ich laufe mir Blasen. Der Sprecher im Ziel ist schon zu hören. Ich laufe in Courmayeur ein. Streckenmarkierung gibt es dieses Jahr nur noch sporadisch. Dann geht es an der Kirche vorbei in die Fußgängerzone und ich fliege ins Ziel.

Der dritte Finish bei der „Tor des Geants“ mit Platz 113 und einer Zeit von 121 Stunden und 39 Minuten. Bin ich froh. Gleichzeitig aber auch ein wenig traurig. Inge ist diese Mal nicht da, um mich zu erwarten. Außerdem besagen die Regeln, dass ich nächstes Jahr nicht starten darf. Ich bin jetzt ein Senator.

 

An das, was dann kommt, kann ich mich kaum noch erinnern. Feiern, Feiern, Bier trinken, Pizza essen, Duschen, SCHLAFEN!!!!!

 

Was für ein Rennen! Unglaublich!

 

 


http://www.frubiasesport.de – letzte Aktualisierung: