16. Mai 2013
von Florian Angert

Trainingslager Südfrankreich und Saisonstart in Waiblingen

Nach dem ersten Triathlonwettkampf in dieser Saison hier eine kleine Zusammenfassung:

Vorab: Ende März war ich eine Woche 10km nördlich von Saint Tropez in Ramatuelle im Trainingslager. Bis auf zwei Regentage war das Wetter echt top, wie ihr an den Bildern erkennen könnt.

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Schwerpunkt lag klar auf dem Rad, das Laufen und Schwimmen kam aber auch nicht zu kurz. Wie sich zwei Wochen später beim Altstadtlauf in Hemsbach herausstellte, hat das Trainingslager doch sehr viel gebracht! Mit persönlicher Bestzeit von 34:30 konnte ich dort den 4. Gesamtplatz erreichen.

Das Wetter war zwar in den Wochen nach Frankreich nicht mehr so perfekt wie am letzten Tag in Ramatuelle (siehe Bild unten) aber im Großen und Ganzen konnte ich dann doch noch mit Hinblick auf den Saisonstart in Waiblingen gut trainieren.

Dann war auch schon der 1. Mai – Saisonstart in die zweite Triathlonsaison…meine erste „richtige“. 1. Baden-Württemberg Liga, in Ermangelung einer Liga-Mannschaft meines Heimatvereins mit Startrecht für Nekarsulm.

500m Schwimmen im Freibad, 19,3km Radfahren und 5,2km Laufen.

Das Wasser konnte ich erwartungsgemäß (aufgrund meiner „schwimmerischen Vorgeschichte“) als Erster verlassen.

1. Wechsel, alles gut, ab aufs Rad. Drei knackige Runden, Vorsprung halbwegs halten – soweit so gut, als Dritter auf die Laufstrecke. Zwei Runden, die Zweite mit einem wesentlich besseren Gefühl als die Erste. Gesamtergebnis: Geteilter 5. Platz!

Das Ergebnis ist für mich sehr, sehr gut. War immerhin erst mein fünfter Triathlon überhaupt und für einen Saisonstart, noch dazu mein Einstand in die Ba-Wü Liga, wirklich gelungen.

Das ein oder andere ist noch verbesserungsfähig, einfach Dinge wie Wechsel oder Kleinigkeiten auf dem Rad. Alles Dinge, auf die ich bei den nächsten Wettkämpfen bewusst achten werde…dann geht da definitiv noch mehr! :)

In diesem Sinne.

Euer Flo


10. Mai 2013
von Karin Vester

Vorbereitung für die Transalp 2013

Nach unserem großartigen Erlebnis Transalp 2012 haben wir im letzten Herbst den Entschluss gefasst, diesen Genuss 2013 bei der Transalp nochmals in vollen Zügen erleben zu wollen.

Der erste Schritt war am 01. Dezember 2012 um 12:00 Uhr vor dem Internet – klappte es mit der Anmeldung schnell genug – dürfen wir dabei sein? Einige Stunden später die Freude, juhu wir sind dabei. Auf den Schreck folgte die Gewissheit, oh je, jetzt müssen wir aber raus aus dem Wintertrott und langsam mit dem Formaufbau für den Höhepunkt Transalp 2013 beginnen.

Naja, einen sinnvollen Formaufbau auf dem Rad in freier Natur hat uns die Natur diesen Winter nicht wirklich vergönnt. Zu viel und zu lange Eis und Schnee brachten Träume von 1000 Radkilometer vor unserem ersten Trainingsaufbau über Ostern auf Mallorca schnell zum Platzen.

Der lange Winter hat die Vorfreude auf Sonne und Radfahren auf Mallorca immer mehr gesteigert. Am Karfreitag war es so weit und mit der Familie ging es ab gen Süden. Olé!

An acht Tagen hatten wir nun in Begleitung unserer Ehemänner die Chance viele Kilometer in kurzen Hosen und der Sonne als Begleiter zu machen. In Deutschland zu dem Zeitpunkt kaum zu glauben.

Da wir uns in diesem Jahr ein schönes Hotel im Süden und damit weit weg von den Bergen gewählt hatten, hat es Mutter Natur dafür mal wieder sehr gut gemeint und uns an fast allen Tagen Wind von vorne und der Seite beschert. Wir glauben zumindest daran, dass uns das Fahren gegen den Wind auch ohne viele Höhenmeter fit gemacht hat. Zumindest waren wir am Ende unseres Urlaubes mit ca. 725 Radkilometern zufrieden und auch etwas ermüdet.

Jetzt hoffen wir wieder regelmäßig zu Hause fahren zu können. Wir wissen auch schon, dass unser nächstes Trainingsrevier im Mai nicht mehr fern ist und Kaltern am See mit sicherlich vielen Höhenmetern auf uns wartet. In diesem Sinne: Bis bald!


3. Mai 2013
von Kathrin Schramm

Neckarlauf – Etappe 1

Geht Euch das auch so, dass Ihr Eure Standard-Laufstrecken manchmal einfach satt habt? Besonders bei den langen Läufen kann das dann ja echt zäh werden. Diesen Winter war es besonders schlimm. Auf der Suche nach neuen Laufstrecken sind Anja und ich auf die Idee gekommen, doch einfach mal den Neckar entlang zu laufen. Und zwar von der Quelle bis zur Mündung. Wir finden, dass man das als anständiger Schwabe schon mal gemacht haben kann.

Der Neckar ist 367 km lang und wird begleitet vom 420 km langen Neckartalradweg. Die Orientierung ist also denkbar einfach. An- und Abreise mit den Öffentlichen auch kein Problem, und unser Ausgangspunkt auf halber Strecke geradezu optimal. So können wir immer mal wieder eine Etappe laufen, wenn wir gerade Lust und Zeit haben.

Unsere erste Etappe führte uns über 31 km von Villingen nach Rottweil. Bei konstantem Regen und kaltem Gegenwind konnten wir uns zu einer längeren Distanz einfach nicht so recht aufraffen.

Das Neckarquellgebiet liegt im Schwenninger Moos, einer eher unübersichtlichen Moorlandschaft. Da der Schwabe an sich aber keine Unklarheiten schätzt, wurde im Stadtpark eine schön gestaltete Einfassung angelegt und als Neue Neckarquelle definiert.

Von hier aus folgen wir einem kleinen Bächlein, das früher verdohlt verlief, für die Landesgartenschau 2010 aber ans Licht geholt wurde. Sehr spannend, dass aus diesem Rinnsal einmal der große Neckar werden soll…

 

 

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Bald verlassen wir den Radweg und folgen einem Wanderweg, der uns in ein schönes und vor allem windstilles Waldstück führt. Die letzten 12 km unserer heutigen Etappe hangeln wir uns dafür wieder wenig unterhaltsam über einsame und sehr zugige Feldwege von Ortschaft zu Ortschaft und sind froh, als wir den Bahnhof in Rottweil erreichen.


29. April 2013
von Thomas Ehmke

The Spinerace – Teil 5

Nach einer mal wieder kurzen Nacht (ca. 4 Stunden), aber in einem Bett mit normaler Decke und Laken, geht es weiter. Nicht ohne ein Frühstück. Dieses fällt mal wieder sehr spartanisch aus. Langsam ist mir das auch egal. Ich mache noch schnell ein 30 Sekunden Video für Hansi und die restliche Facebook-Welt und schreibe meiner Freundin eine Guten-Morgen-Mail. Beim Drehen des Videos stelle ich fest, dass ich von Morgen zu Morgen aufgedunsener bin. Außerdem habe ich immer mehr Schwierigkeiten wach zu werden und kaum noch Lust weiter zu machen. Aber egal, muss ja.

Wir werden noch von Stu eingewiesen, kurz hinter dem Hadrianswall nicht in die BOGS zu fallen. Das sind Schlammlöcher die hüfttief sind. Stu hat es uns mal auf ein Blatt gemalt. Sieht ein bisschen wie eine Schatzkarte aus.

Dann geht es los. Nach 5 Kilometern stelle ich fest, dass ich meine Stöcke nicht in der Hand habe. Ein kurzer Anruf bei Scott und meine Stöcke kommen mit einem anderen Teilnehmer hinterher.

Mittlerweile sind wir drei alle sehr still geworden. Wir traben nur noch hintereinander her, die Strecke ist aber auch nicht sehr aufregend. Wir überqueren ein paar Schafweiden, dann mal wieder ein gefrorenes Hochmoor. Langsam ist alles nicht mehr wachhaltend. Selbst der Schnee ist hier zurückgegangen. Die Berge und alles was geht laufen wir, um mal wieder ein bisschen Distanz zu machen. Außerdem wollen wir die Stelle mit den Bogs bei Helligkeit machen und den Hadrianswall besichtigen. Pünktlich zum Mittag überqueren wir die letzte Autobahn vor Schottland. Autobahnen überquert man dort oben einfach, indem man drüber läuft. Eine spannende Sache. Dann kehren wir zum Mittag in ein Pub ein. Es gibt mal wieder
eine große Cola, Kaffee und einen Burger, außerdem auch Wärme und einen Moment Pause. Der Wirt berichtet, dass schon Läufer da waren, die die Nacht im B&B verbracht haben. Ich denke nur: Achja, aber über uns erst mal lachen!

frubi_Blog_290413_5Kurze Zeit später sind wir am Hadrianswall. Ein Wall, gebaut durch den Kaiser Hadrian, als Schutz vor den wilden Horden aus dem Norden. Wirklich beeindruckend!

Wir laufen ca. 35km auf dem Wall lang. Eine tolle Strecke. Sehr einfach und wir kommen gut voran. Ich lasse es mir nicht nehmen, am obersten Punkt auch für ein Foto auf den Stein zu klettern. So etwas muss halt sein, obwohl es sehr stürmisch ist.

Dann kehren wir dem Wall im Halbdunkeln den Rücken und laufen direkt über eine Wiese mit Highland-Rindern. Die finden den nächtlichen Besuch nicht witzig, rotten sich zusammen und verfolgen uns mit großem Gebrüll. Wir sind später sehr froh, wieder von der Weide zu sein. Dann kommt das Gebiet mit den Bogs. Michael führt uns in Zeitlupe und Meter für Meter durch das Gebiet. Alles ist vereist und knackt bei jedem Schritt. Jin und Michael sind vor mir und überall, wo es bei denen knackt, kann ich nicht mehr hin treten, denn ich würde einbrechen. So springe ich von Grassode zu Grassode. Dann sind wir das erste Mal in einem Wald. Der Weg dort ist nicht viel besser. Tiefe Schlammlöcher, Matsch und Schnee. Aber wir kommen schnell voran. Jin und Michael sagen, dass sie sehr müde sind. Also gibt es für uns alle Salzkapseln mit Koffein.

Dann sind wir wieder raus aus dem Wald und kurz vor dem letzten Checkpoint. Michael führt uns noch ein paar Hänge rauf, wo der Trail gar nicht mehr zu erkennen ist. Wir stellen dabei fest, dass wir uns immer mehr Schottland nähern. Der Checkpoint ist sehr klein und der Trockenraum ist kalt. Kein W-Lan oder Telefonempfang und eigentlich auch nicht genügend Betten. Zu allem Überfluss kündigt sich jetzt auch noch schlechtes Wetter für die letzte Etappe an. Die Organisatoren sind sich noch nicht sicher wie es weitergehen kann.

Wir werden trotzdem ins Bett geschickt und für ein Briefing wieder geweckt. An Schlaf ist kaum zu denken. Es ist sehr warm und laut im Zimmer und die Gedanken an die letzte Etappe lassen mich nicht schlafen. Aber für mich steht fest, dass ich so lange weitermache, bis irgendjemand sagt, dass ich aufhören soll –  oder ich im Ziel bin.

Beim Briefing wird uns die Startzeit mitgeteilt und dass wir zu einer 6er Gruppe zusammengefasst werden. Zusätzlich bekommen wir auch einen GPS-Tracker mit. So werden wir ab jetzt permanent überwacht. Dann treffen wir uns draußen und es geht los auf die letzte Etappe. Zu Jin, Michael und mir sind jetzt noch Brian, Ian und Annabell hinzugekommen. So werden wir von Stu aus dem Ort gebracht und auf die Strecke gelotst.

Auf geht’s zur letzten Etappe … Immer in Richtung Ziel.

Beim Packen des Rucksacks für die letzte Etappe habe ich mich mit zusätzlicher Ausrüstung ausgestattet: GPS- Gerät, Biwakzelt, 1l Wasser zusätzlich. Immerhin soll das Wetter richtig schlecht werden. Angesagt sind über 60mpH Schneesturm.

An der letzten Straße kurz vor dem absoluten nirgendwo, sagt Michael plötzlich, dass er nicht mehr kann und aufhört. Wir haben 400 Kilometer gemacht und nur noch 38 Kilometer sind offen. Trotzdem fragt keiner und niemand versucht, ihn von seiner Entscheidung abzubringen. Er sagt, er wäre jetzt nur noch langsam und würde uns aufhalten. Michael telefoniert mit der Organisation und hält das nächste Auto an. Der Fahrer bringt ihn zurück zum Checkpoint. Das ganze dauert gefühlt nur ein paar Minuten. Dann ist er weg und Jin und ich sind das erste Mal ein Zweier-Team.

Brian und Annabell übernehmen erstmal die Führung. Als klar wird, dass sie mit ihrem GPS nicht so gut umgehen können, teilen Ian und ich uns das Führen. Ian orientiert nach Karte und ich mit GPS.

Die Sonne kommt raus und wir kämpfen uns über super schlammige Trails. Ich breche teilweise mehr als knietief ein und ich fluche eigentlich nur noch vor mich hin. Dann kommen wir auf einen Forstweg und können wieder Geschwindigkeit aufnehmen. Jin und ich sind schneller als die anderen drei. Wir überlegen, Stu beim nächsten Kontrollpunkt zu fragen, ob man wieder Zweier-Teams machen kann.

Beim Wasserauffüllpunkt angekommen, ist nur ein minimaler Abstand zwischen uns. Darum ersparen wir uns die Frage. Dann geht es nach oben auf den Bergkamm. Jetzt ist es nur noch etwas mehr als ein Halbmarathon. Das Wetter ist klasse, die Sonne scheint und wir kommen gut voran. Jin und ich laufen mittlerweile trotz tiefem Schnee nahezu alles was geht.

Das schlechte Wetter ist jedoch schon zu sehen und es wird stürmischer. Im zunehmenden Sturm mit Schnee kommen wir an die erste von zwei Schutzhütten. Eine Holzhütte mit Tür, die Wände ungedämmt. Wir machen uns schnell fertig für die Nacht, obwohl es erst in ca. 2 Stunden dunkel wird. Aber allen ist klar, dass das die letzte gute Möglichkeit wird, an die Sachen zu kommen. Dann steigen wir zu dem Berg „Windy Gyll“ auf. Dieser macht seinem Namen auch alle Ehre. Es ist so stürmisch, dass wir kaum noch vorankommen. Der Schnee nimmt zu und verdeckt oft den Trail.

frubi_Blog_290413_9Jedes Mal wenn wir über ein Gatter steigen, sind wir entweder in Schottland oder wieder in England. Die Grenzlinie liegt so nah. Dann wird es Dunkel.

Der Sturm nimmt so zu, dass eine Sicht nicht mehr möglich ist. Der Schnee hat den Trail komplett verdeckt. Ich habe nur noch die Wahl nach GPS zu gehen oder einen Zaun rechts von mir als Orientierung zu benutzen. Wobei im Laufe der Zeit von dem Zaun auch nur noch die Spitzen zu sehen sind. Ich spure also den Schnee für die anderen. Häufig sind jetzt Rinnen am Zaun, die so voller Schnee sind, dass ich mich nur noch mit Mühe befreien kann. Es ist unglaublich anstrengend. Mein GPS zeigt 18 Kilometer zum Ziel an. Bei einem Blick zurück fällt mir auf, dass die Szenerie an den K2 erinnert. Diffuses Licht der Stirnlampen von bepackten Gestalten im Schneesturm. Ich mache mir Gedanken darüber, was wohl passiert, wenn jetzt einer der anderen sagt, dass er nicht mehr weiter kann. Dann müssen wir hier bleiben. Ein Notfallbiwak im Schneesturm. Ich schätze, das würde sogar Bear Grylls nicht wollen.

Für mich selber stelle ich fest, dass es mir gut geht und ich nicht friere. Die Kleidung, die ich trage, ist wohl genau für diesen Zweck hergestellt worden.

frubi_Blog_290413_10Das Vorankommen wird immer schwerer, der Schnee immer höher und ich spure so lange es geht. Manchmal bis es mir schwarz vor Augen wird. Dann muss ich die anderen spuren lassen und ich wanke im Abstand von 25 Metern hinterher. Mal spurt Ian, mal Jin und mal Annabell. Brian ist zu geschafft, um das übernehmen zu können. Wenn Annabell den Schnee spurt, dann ist sie schnell am Limit. Der Schnee ist mittlerweile so tief, dass sie steckenbleibt und Hilfe braucht, um wieder herauszukommen. Wir verlieren kurzzeitig den Zaun als Anhaltspunkt. Das bedeutet für mich: GPS in der einen Hand und Stöcke in der anderen Hand während ich den Schnee spure. Das geht drei Schritte lang gut, dann stürze ich in den Schnee und muss mich wieder ausgraben. Es schneit jetzt so stark, dass das Display meines Garmin schneller voll ist mit Schnee, als dass ich es erkennen kann. Zu meinem Glück meldet das Garmin auch noch, dass die Batterien fast leer sind. Wir navigieren kurzzeitig nach Karte. So finden wir die Ruine einer alten Hütte. Eigentlich suchen wir eine Schutzhütte und meinen Schreck beim Anblick dieser Ruine könnt ihr euch nicht vorstellen. Im Schutz der Ruinen versuchen wir uns zu orientieren. Mein GPS sagt mir klar wo es lang geht. Nur Ian ist anderer Meinung und die anderem folgen ihm. Verzweiflung kommt in mir hoch, denn zuzusehen, wie die anderen einen steilen Abhang hinabsteigen, kann ich auch nicht. Ich also hinterher und versuche Ian zu überreden. Genau in diesem Moment stürze ich erneut. Ich kann noch sehen, dass dort eine Steinkante ist. Ich treffe sie natürlich genau und ein stechender Schmerz ist am Schienenbein. Ich kann im Schnee und mit Stirnlampenlicht erkennen, dass die Hosen kaputt sind. Ich trage eine warme Unterhose, eine Softshell und eine wasserdichte Hose. Der Schnee färbt sich rot und mir ist klar, dass ich mich verletzt habe. Aber genauer drauf schauen geht nicht. Es ist zu kalt und zu windig. Also weiter….

Nachdem es Ian die Karten zerfetzt und er  auf meinem GPS sieht, dass wir falsch sind, darf ich die Führung übernehmen. Irgendwann kommt im Licht der Stirnlampe die Hütte zum Vorschein. Keiner kann sich vorstellen wie glücklich wir waren.

Wir also rein. Kurz nach dem Hinsetzten macht mein Körper schlapp, Schwindel, Schüttelfrost, Übelkeit. Mir ist sofort klar: Das wird ein Schock.  Also Beine hoch und die anderen kümmern sich sofort um mich. Meine Wunde, ein Cut von 10cm Länge auf dem Schienenbein, wird versorgt. Ian macht mit dem Kocher heißes Wasser und setzt Kaffee auf.

Der Organisation wird mitgeteilt, dass wir in der Hütte sind und dort bis zum Morgen bleiben. Achja…und dass ich verletzt bin. Nach dem Essen holen alle die Schlafsäcke raus und wir entledigen uns unserer nassen und vereisten Kleidung. Ich simse mit Inge um ihr die Angst zu nehmen. Eigentlich will ich nur noch weg aus dieser blöden Hütte. Zurück nach Hause. Meine Nerven liegen blank und ich bin so erschöpft, dass ich beim Tippen einschlafe.

Morgens so gegen 7 Uhr werde ich wach. Alle Kleidung, die ich anfasse ist nass oder vereist. Im Schlafsack ist es sehr schön warm und mir graut davor, raus zu müssen.

Meinen Cut tape ich noch mal extra, da beim Spuren des Schnees sonst die Wunde jedes Mal wieder auseinander gezogen wird. Als Annabell das sieht wird sie blass. Dann essen wir alle etwas und beraten wie es weitergeht. Aber der einzige Weg der bleibt, ist zum Ziel nach Kirk Yetholm. 14 Kilometer! Also wir alles verpackt, die Schnürsenkel mit einer Butangaskartusche vom Eis freigeschlagen. Ein kurzes Telefonat mit Scott und weiter geht es. Draußen ist es immer noch stürmisch, aber es hat aufgehört zu schneien. Der Trail ist ab und an zu erkennen. Darum kommen wir gut voran. Irgendwann kommen die ersten Schilder und dann sehen wir die Bergwacht, die uns entgegen kommt. Sie fragen uns, ob alles okay ist. Wir antworten, dass alles gut ist und dass wir ankommen werden. Meine Verletzung ist kaum zu erkennen im Gangbild und so fragt auch keiner nach. Irgendwann sind wir dann auf einer Straße und das gesamte Organisationsteam kommt uns entgegen. Die Anspannung löst sich bei mir. Ich muss weinen, aber vor Freude. Selbst Michael ist da und so gehen wir alle zusammen die letzten Kilometer bis zum Pub, denn dieser ist das offizielle Ende des Pennine Way.

Dort angekommen werden wir gefeiert. Wir hören, dass die Läufer hinter uns nur 18km vor dem Ziel aus der anderen Hütte evakuiert werden mussten.

Mein Schienenbein wird noch im Pub auf dem Tisch genäht. Tja, alles etwas anders in England. Aber richtig klasse!

Nach der Siegerehrung geht es dank Michael fast direkt zurück nach England. Schnell weg aus den Bergen. Nur zwei Stunden später wäre das nichts mehr geworden, denn es ist schon wieder schwerer Schneefall angesagt worden.

Ein irrer Lauf auf dem wir sehr viel Glück hatten und ich viel über Freundschaft lernen konnte. Außerdem habe ich gelernt, dass Trail in England noch viel direkter ist und einfacher. Auch interessanter, denn mal ganz ehrlich: die meiste Zeit schleppen wir auf dem Kontinent unsere Wettkampfausrüstung umsonst mit.

Nun geht es weiter und ich muss mal schauen, was ich als nächstes laufe. Denn die Grenze war das noch nicht… (vom gleichen Veranstalter gibt es 2014 im Übrigen erstmalig: www.frostskade500.com)


22. April 2013
von Florian Angert

10 km Lauf in Rodgau und Brühl

Ein kleines Update aus der Saison­vor­bereitung.

Nachdem ich den Schwimm­wett­kampf (siehe letzter Eintrag) sehr gut verkraftet hatte, stand eine Woche später auch schon der nächste Lauf auf dem Plan. 10km in Rodgau-Jügesheim.

Nette Strecke, ganz flach, die zweite Hälfte leicht abschüssig, Bestzeit garantiert.

Das Wetter war am 3. Februar eher suboptimal. Starttemperatur 6° Grad und natürlich hat es pünktlich mit dem Startschuss angefangen zu regnen. Zum Glück ging es durch den Wald. Zwei nette Waldwege inklusive, die vom Regen so aufgeweicht waren, dass alles eher einem Crosslauf ähnelte. Mit „Augen-zu-und-durch“ (wie auch sonst) konnte man aber genau dort ein paar Sekunden auf die Verfolger gut machen.

Es kam nach ca. 2km zur Grüppchenbildung. Von der ersten Gruppe konnte ich mich bei Kilometer 5 zusammen mit zwei weiteren Leuten lösen. Nach weiteren 3km mehr oder weniger alleine laufen, kam dann die nächste Gruppe vor mir. 500 Meter „ausruhen“ und nochmal all out die letzten Meter. Endtemperatur: 2° Grad und Graupelschauer.

Das ganze wurde mit dem 11. Gesamtplatz und einer persönlichen Bestzeit von 35:57 belohnt. Ziel vor dem Start: Unter 36 Minuten :) … Mission accomplished

Lauf Nummer 2, vier Wochen später in Brühl.

Ziel: Unter 36 Minuten und damit etwa die Zeit von Rodgau. Gleiche Distanz, besseres Wetter. Statt Graupelschauer ein unglaublicher Wind, dafür aber Sonnenschein und 10° Grad. Also Warmlaufen, an die Startlinie und los. Etwas erstaunt schaute ich, als nach 500m ein Läufer barfuß neben mir lief. Allerdings nicht lange. Mit „Windschattenfreigabe“ ging’s dann aus der Stadt hinaus aufs Feld. Da mein Kollege und ich leider nur zu zweit waren, wechselten wir uns die ersten 5km mit der Führung ab. Nach 6km zog er ganz allmählich davon…im Nachhinein war es eine gute Entscheidung, dass ich ihn habe ziehen lassen. Sonst wäre ich nach 8km „hochgegangen“, wie man so schön sagt. Also bin ich mein Tempo so gut es ging weitergelaufen…einsame 5km waren das.

Fazit im Ziel: 35:42 und damit neue Bestzeit. Ein wenig besser einzuschätzen als die alte Bestzeit vier Wochen vorher, da der Wind wirklich stark geblasen hat und einige kleine Dämme im Feld überquert werden mussten. Und jeder kleine Anstieg oder jede scharfe Kurve zieht einem am Ende einfach den Zahn….

Alles in allem waren es zwei sehr zufriedenstellende Läufe. Zweimal Bestzeit in vier Wochen macht Hoffnung auf mehr.  Zumal schließlich erst März war.

Jetzt geht’s erstmal acht Tage nach Frankreich Radfahren und dann im April nochmal den letzten Schliff geben.

Der Saisonstart am 1. Mai kommt schneller als man denkt. Ich melde mich davor mit einem letzten Update bevor die Post abgeht ;-)

LG Flo


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