28. April 2008
von RNNR
Heute bleibt die Uhr zu Hause
Acht Monate Vorbereitung für den einen großen Tag: mein erster Marathon in Rom. Woche für Woche sechs Trainingseinheiten, um auch ja gut vorbereitet in die Italienische Hauptstadt reisen zu können. Was auch ein Großteil der unsportlichen Bevölkerung Tag für Tag am Arm trägt, darf auch bei uns Sportlern nicht fehlen: die Uhr!
Zig Modelle bietet der Markt und jede einzelne Uhr zeichnet sich durch besondere Funktionen aus. Eingebauter GPS-Chip zur satellitengenauen Distanzmessung und Herzfrequenzmessung zur Bestimmung der optimalen Trainingszone bieten oftmals nur die teureren Modelle. Eine 08/15-Sportuhr benötigt jedoch nur eine genaue Stoppfunktion, wahlweise mit der Möglichkeit, Rundenzeiten zu nehmen.
Auch ich steuere mein Lauftraining seit Jahren nur über die Stoppfunktion und bin damit immer gut gefahren gelaufen. So auch in der Marathonvorbereitung: Laufklamotten, Laufschuhe und meine Sportuhr – zusätzliches (technisches) Equipment war nicht erforderlich. Tag für Tag lief ich meine Trainingsstrecken und stoppte jedes Mal die Zeit, trug diese dann mit weiteren Daten in meinen Trainingsplan ein und konnte bereits nach ein paar Wochen erste Fortschritte auf den langen Distanzen verzeichnen.
Wie abhängig man aber auch von so einer kleinen Sportuhr werden kann, merkte ich bei einem langen 35 km Lauf: bei Kilometer 12 piepte die Uhr plötzlich laut und zeigte mir nur noch Nullen auf dem Display an. Was war passiert? Das weiß ich bis heute nicht. Nach einer Viertelstunde konnte ich die Zeit neu stoppen und alles war beim Alten. Doch diese 15 Minuten waren schrecklich: statt sich auf’s Laufen zu konzentrieren, fragte ich mich, was mit meiner Uhr los sei, drückte alle möglichen Knöpfe und wollte schon fast den Lauf abbrechen. Doch zum Glück hatte, mich auf dem Verpflegungsfahrrad begleitender Kollege, ebenfalls die Zeit gestoppt, sodass es ohne „Zeitausfall“ weitergehen konnte.
Der Marathon ist jetzt absolviert – und zwar in einer super Zeit von 3 Stunden 21 Minuten und 33 Sekunden. Die ersten Tage nach dem Marathon war dann erstmal Entspannung und Regeneration angesagt. Doch lange hielt es mich nicht von der Laufstrecke fern. Fünf Tage später stand ich wieder in Laufschuhen auf der Straße. Nur diesmal ohne Stoppuhr. Kein einzuhaltendes Zeitlimit, keine Trainingsvorgabe – einfach nur laufen. Ein wunderbares Gefühl!