Der frubiase® SPORT blog

9. Oktober 2008
von Hauke König

Shin-Split

Nach fast 3-wöchiger Laufabstinenz fuhr ich letzte Woche zur Firma Ortho-Sport in Hamburg-City, um der Frage nachzugehen, wie es bei mir zu einem Schienbeinkanten-Syndrom kommen konnte.
Zuerst wurden die Sehnen und Muskeln meiner Füße genauestens untersucht und ein Abdruck meiner Fußsohlen gemacht. Auf dem Laufband (Barfuss und mit zwei verschiedenen Paar Laufschuhen) wurde mein Bewegungsablauf gefilmt und analysiert. Mit folgenden Ergebnissen: Einerseits bin ich stolzer Besitzer zweier Hohlfüße, die dazu beitragen, dass ich beim Laufen zu stark über die Vorfußaußenkante abrolle. Das ist allerdings nur eine Gegenbewegung, um ein anderes Problem auszugleichen. Ich neige nämlich, wie viele Läufer dazu, leicht zu überpronieren. Das ist für mich eine alte Leier und ich laufe immer mit Schuhen mit Pronationsstütze. Völlig neu war mir aber, dass ich ganz unbewusst beim Laufen die Überpronation durch eine Gegenbewegung versuche auszugleichen.
Außerdem kam ans Licht, dass ich mir nach einem Schulterbruch vor ungefähr vier Jahren eine Schonhaltung antrainiert habe, die in der Laufbewegung zu erkennen ist. Ich habe beim Laufen die rechte Schulter zu weit unten und zu sehr nach vorne. Dadurch ergibt sich eine leicht nach links unten gedrehte Laufhaltung, die wiederum von der Hüfte ausgeglichen werden muss. Mir wurde erklärt, dass all diese Punkte für Läufe um die 80-100 km überhaupt keine große Rolle spielen. Bei sehr langen Strecken führt die gedrehte Laufhaltung jedoch zu einer Ermüdung der Schienbeinmuskulatur, welche dann hart wird, an der Schienbeinknochenhaut reibt und schließlich zu einer Entzündung führt – Shin-Split halt. Aua!
Ich bekam dann eine leicht in den Alltag zu integrierende Übung mit auf den Weg. Das einbeinige Stehen auf einem wackeligen Untergrund (zwei zusammengefaltete Decken übereinander). Diese Übung stärkt die Muskulatur und die Sehnen der Beine. 2-3 Mal täglich für 2-3 Minuten soll ich diese Übung nun machen. Außerdem gibt es für etwa drei Monate eine Schuheinlage, die dazu führen soll, dass sich meine Fußmuskulatur so ausbildet, dass der Fuß beim Laufen auch ohne Einlagen schön gerade aufsetzt. Dann sollte es eigentlich keine Probleme mehr geben und ich kann im April frisch und ohne Shin-Split nach Bremen laufen. Das wiederum finde ich echt dufte und freu mich drauf, nächste Woche mein Training wieder aufzunehmen. Das hat mir wirklich sehr gefehlt. Denn: Nicht laufen ist ja auch keine Lösung!

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2 Reaktionen zu „Shin-Split“

  1. Hannes Christiansen

    Da bleibt mir nur noch, dir erstmal gute Besserung zu wünschen, dass du das “in den Griff kriegst”.

  2. Gerd

    Was kleine Ursachen doch große Wirkungen haben.
    Ich wünsche Dir gute Genesung!

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