23. Oktober 2009
von Hauke König
Mentales Bootcamp Langeoog
In Ostfriesland fühle ich mich ganz wohl, was unter anderem daran liegen mag, dass meine Eltern von dort stammen und ich als Kind einen großen Teil meiner Wochenenden und Schulferien eben dort verbracht habe. Das Land erkenne ich schon am Geruch. Es riecht irgendwie alt und muffig, aber irgendwie auch nach Kindheit. Jetzt bin ich auf Langeoog. Eine der Ostfriesischen Inseln und zwar die dritte von rechts.
Nachdem ich meine letzten drei Läufe nicht gefinished habe, möchte ich mich nun damit beschäftigen, mich mental wieder aufzubauen. Dazu gibt es eine Ferienwohnung und viele Kilometer Strand und Dünen. Schon am ersten Tag laufe ich einmal um die Insel. Die erste Hälfte etwa 11-12 Kilometer am Strand bei böigem Ostwind von bis zu 7 Windstärken, die mir ungebremst ins Gesicht blasen. Gleichzeitig werden mir die Unterschenkel gesandstrahlt.
Auf den ersten 4-5 Km sehe ich noch Menschen am Stand entlang wandern. Es werden jedoch mit zunehmender Entfernung vom Dorf immer weniger und ab Kilometer 6 bin ich alleine mit Meer und Wind, mit Strand und Dünen. Aber vor allem mit mir. So muss es also bei einem Wüstenlauf sein. Aber nicht so kalt und feucht, schätze ich. Kurz vor Spiekeroog laufen die Dünen etwas auf den Strand aus und schaffen lauter kleine Hügelchen von etwa einem Meter Höhe. Darüber und dort hindurch zu Laufen ist Spaß pur.
Einer meiner Gedanken war: „Wenn hier ein Wal strandet…dann findet ihn niemand.“ Und tatsächlich finde ich zwischen den sandigen Hügelchen das Skelett eines Tümmlers oder Schweinswals, der hier angespült wurde. Den Schädel und einen Rückenwirbel nehme ich mal vorsichtshalber mit. Zu Forschungszwecken. Man kann ja nie wissen. Auch zwei Heuler (junge Seehunde) finde ich hier. Sie sind allerdings erst gestern oder heute hier gelandet und sehen aus, als schliefen sie.

Diese Landschaft ist atemberaubend. Es ist wild und krass und man kommt hier an sich selbst nicht vorbei. Und ich frage mich immer wieder, wie nach den letzten drei schmerzlichen Laufabbrüchen die Planung für 2010 weitergehen kann. Klar, ich weiß um die Fehler, die ich gemacht habe und durch die ich sehr viel gelernt habe. Aber wie kann ich meine läuferischen Talente am effizientesten ausschöpfen? Gibt es ein besseres Training für mich? Wie strukturiere ich lange Wettkämpfe? Und wie mich selbst? Fragen über Fragen tauchen vor mir auf. Aber keine Antwort. Ich muss immer wieder daran denken, dass alle möglichen Menschen auch vor einem Gespräch mit Gott nicht zurückschrecken. Gott. Das mir unbekannte Wesen. Ich will auch mal mit dem ins Gespräch kommen und tolle Tipps bekommen. Oder ist das vielleicht nur Juden, Moslems oder Christen vorbehalten? Ab hier ist der Strand gesperrt. Seehundgebiet. Ich durchlaufe die Dünen bis zur Südseite der Insel und dann wie entfesselt einen schnellen Radweg mit glattem 4er Schnitt in Richtung Dorf zurück.
Jetzt hab ich´s! Und Lösung kannte ich schon so lange. Eigentlich. Ich gehe Laufen! Den Jakobsweg! Noch diesen Monat. Olé ! Ich wollte Gott, jetzt kriege ich Gott.
Darauf hoffe ich und habe noch sechs weitere, stressfreie Urlaubstage mit täglich 24 Kilometern feinster Gegend.
Gott, ich komme!!!
WAS? Du bist auf Langeoog und sagst nicht bescheid? Ich fasse es nicht! (Aber ich bin gerade auch nicht da, von daher verzeihe ich es dir nochmal
)
Alle weiteren Infos zu den Funden am Strand kannst du mir auch gerne zukommen lassen, das große Skelett, was du dort gefunden hast, ist aber so wie es aussieht nicht das eines Schweinswals sondern eines Zwergwals, der vor einigen Monaten angespült wurde
Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, wie herrlich das Laufen auf Langeoog ist. Mittwoch bin ich auch (kurz) wieder da.
- Laufabbrüche, na so was ? Warum ?
- Gott, kommt dir in den Sinn bei so viel Schönem an der See
- Meer (das schönste Lauf-Terrain der Welt
- jedenfalls für mich
- gute Stimmung
- wen wundert es
- schreit nach Wiederholung
- kannst mich jetzt verstehen ?
Ja+++stop+++verstehe+++stop+++auf jeden Fall Wiederholung+++stop+++
gut so + stop +
.. du ich hab da eien Idee, ich komm mit auf dem Jakobsweg….
Ja, Silvester. Die schweren Läufe muß man aber alleine machen.
Hey Hauke,
um die fantastische Laufstrecke auf Langeoog bist Du echt zu beneiden. Wobei ich ja so das Gefühl habe, wir werden vielleicht auch mal zusammen Gelegenheit haben dort zu Laufen…
Du hast mal gesagt, Du Läufst des Laufens wegen, aber nach diesem Blockbeitrag denke ich schon, Du läufst in erster Linie, um irgendwo anzukommen (bei Dir,bei Gott (welchen Namen der auch immer tragen soll…)
Denk drann: Du hast mal Deine Feder begraben.
Nun gehts Schritt für Schritt!
Weiter so!
LG Dietke