Der frubiase® SPORT blog

8. September 2010
von Matt Root

Hallo MTB-Gemeinde,

ich bin Matt Root, Downhill-Biker und neu hier auf dem Blog. In Zukunft werd ich hier von meinen Rennen, vom Training und allem was zum Biken dazu gehört berichten. Seit 2006 bin ich schon als Downhill-Fahrer unterwegs und gehe seit Neuestem gelegentlich auch bei Mountainbike-Marathons an den Start. Am vorletzten Wochenende war es wieder soweit und wir fuhren mit viel Gepäck an den Nürburgring. Ihr habt richtig verstanden, an den Nürburgring. Jetzt denkt ihr Euch sicherlich, was soll man da mit einem MTB bzw. einem Rennrad. Tja, jedes Jahr findet dort ein 24h-Rennen für Rennrad und MTB statt. Somit hätten wir das schon mal geklärt. Da wir ein etwas größerer Verein sind, haben wir auch zwei Teams am Start gehabt. Normalerweise bin ich ja ein Downhiller, doch solch große Ergebnisse lasse ich mir auch nicht entgehen und fahre dort zum Training mit, denn ich finde es immer cool mit Freunden zusammen zu sein und einfach Spaß haben.

Als wir am Nürburgring ankamen, konnten wir es nicht glauben: Alle Straßen standen voll mit Autos, Wohnwägen, etc. Wir hatten uns gedacht, dass wenn wir gegen 19.00 Uhr dort ankommen, wären wir noch früh genug dran, doch da hatten wir uns entweder vertan oder alle anderen Biker hatten genau die gleich Überlegung. Bis wir dann nun endlich an unserem riesigen Standplatz angekommen waren, war es 21.00 Uhr. Nun mussten wir noch alles aufbauen, Zelt, Anhänger, Wohnwagen etc.

Der Wettergott meinte es gut mit uns und so schien schon am Samstagmorgen die Sonne.
Wer glaubt einem das schon: Am Samstagmorgen bei strahlendem Sonnenschein auf dem Nürburgring sitzen und in der S-Kurve vor dem Start frühstücken? Aber so war es.
Der Start rückte immer näher und ich wurde auserkoren den Startfahrer zu machen.
Schnell nachdenken: Habe ich alles, Handschuhe, Helm, Tacho, Helmkamera…? OK alles dran. Noch 10 Sekunden. Und, es geht los! Nun hieß es eine gute Linie finden und im Windschatten den etwas schnelleren Fahrern hinterher fahren. Der Kurs hatte eine Länge von ungefähr 7km mit 150hm. Er war gut zu bestreiten, allerdings waren die Bergauf-Stücke schon etwas mies gelegt, sodass sie mir selbst bei nur 150hm die Kraft raubten.

Unsere Taktik zu Anfang, wie bei wahrscheinlich jedem Team, war es jede Runde zu wechseln. Dies bedeutete, dass man bei acht Fahrern zwei Stunden Pause hat.
Allerdings waren wir nur sechs Fahrer und somit verkürzte sich das Ganze. Wir fuhren also unsere Runden und ließen uns von den anderen gar nicht beirren. Auf dem ganzen Nürburgring gab es W-Lan und so konnten wir schauen auf welchen Platz wir gerade standen. 4.Platz? Das kann nicht sein! Doch so stand es auf der Zeitnehmer-Seite. Wir sagten uns: „Jungs, das ist echt gut, also lasst uns weiter so fahren.“
Allerdings, merkte dann einer der Rennradteam-Jungs an, dass wir noch ungefähr 20 Stunden zu fahren hätten :) „Da kann noch viel passieren.“ Zuerst wollten wir es nicht hören, doch als es langsam zu dämmern begann und wir fleißig in die Liste schauten, sahen wir, dass wir schon auf Platz 5. zurück gefallen waren.

Bei einbrechender Dunkelheit bastelte und schraubte jeder an sein Rad die Lampen dran.
Manche kamen mit einem Strahler aus, andere brauchten sogar vier. Ich beschloss, dass mir ein Strahler auf dem Helm genügen sollte. Mittlerweile waren wir auf den 6.Platz gerutscht.
Doch es lagen noch gute 13 Stunden vor uns! Hinzu kam, dass wir nachts nur zu viert waren, denn einer der Fahrer kann nachts nichts sehen und der andere war einfach zu müde und hatte nicht so viel Elan. Gegen  3.00 Uhr war ich einfach fertig und schlief ohne es zu wollen irgendwann ein. Da half kein frubiase, kein Powerriegel, Banane oder sonstiges… :-) Ich schlief gut und lang, ungefähr bis 10.30Uhr. Wir  lagen immer noch auf Platz 6. Etwas verschlafen setzte ich mich zu den anderen. Aber es dauert nicht solange, da wurde ich für die vorletzte Runde eingeteilt.

Die letzte Runde sollte noch mal eine gemütlich Tour werden uns so fuhren wir alle gemeinsam in die letzte Runde, ohne daran zu denken auf welchem Platz wir gerade stehen, sondern einfach nur des Spaßes willen. Der Zieleinlauf war dafür umso schöner – in einer 6er Reihe belegten wir die komplette Start- und Zielgeraden des Nürburgrings.
Alle waren glücklich über die Platzierungen. Denn wir wurden nicht nur sechster in der Gesamtwertung, nein, wir hatten es geschafft in unserer Altersgruppe den 3.Platz zu belegen.

Bis dahin
Greaz Matt

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